Ein Standort an der Weser als Basislager

Das Weserbergland ordnet sich um seinen Fluss. Wer hier übernachtet, wählt am besten einen Ort direkt am Wasser und nutzt das flache Flusstal als natürliche Achse für An- und Abreise. Hann. Münden markiert den südlichen Auftakt: Hier fließen Fulda und Werra zur Weser zusammen, die Altstadt ist dicht mit Fachwerk bebaut. Weiter nördlich liegt Hameln zentral und eignet sich als Standort für Runden in mehrere Richtungen. Bad Pyrmont bietet als Kurort ein breites Bett-Angebot etwas abseits des Flusses, Holzminden und Höxter mit dem Welterbe Corvey decken den mittleren Weserlauf ab. Für einen mehrtägigen Aufenthalt spricht viel dafür, ein einziges Quartier zu buchen und von dort sternförmig zu fahren, statt jeden Abend den Standort zu wechseln. Ein Zimmer mit trockener, einsehbarer Abstellmöglichkeit fürs Motorrad ist in den engen Fachwerk-Altstädten nicht selbstverständlich und vorab zu klären.
Uferseite wählen und die Weserfähren einplanen

Die Weser teilt die Region, und zwischen den größeren Orten liegen die Brücken weit auseinander. Wer das übersieht, fährt abends lange Umwege zurück ins Hotel. Als Bindeglied dienen die Gierseil- und Autofähren, die an mehreren Stellen übersetzen — für Motorradfahrer ein reizvolles Streckenelement und zugleich eine Abkürzung. Das hat Folgen für die Quartierwahl: Liegt das gewünschte Fahrgebiet östlich oder westlich des Flusses, quartiert man sich sinnvollerweise auf der passenden Uferseite ein oder klärt vorab die Betriebszeiten der nächsten Fähre. Gierseilfähren nutzen allein die Strömung und verkehren in der Regel nur tagsüber und in der Saison; wer sich auf die letzte Überfahrt am Abend verlässt, steht sonst vor dem geschlossenen Anleger. Eine Brücke in erreichbarer Nähe ist als Rückfallebene wertvoll, und wer früh anreist, plant die Fähre besser für die Hinfahrt als für die Rückkehr im Dunkeln ein.
Runden über Solling, Ith, Süntel und Deister

Der eigentliche Fahrspaß liegt auf den bewaldeten Höhenzügen rings um das Tal, und genau dafür taugt ein Quartier am Fluss als Basislager. Der Solling südwestlich von Holzminden ist ein weites, dicht bewaldetes Waldgebiet mit ruhigen Durchgangsstraßen. Nordöstlich reihen sich Ith, Süntel und Deister aneinander — schmale Kammlagen mit kurvigen Anstiegen; der Ith trägt die lange Klippenkette, am Süntel liegt der Aussichtsfelsen Hohenstein. Von einem zentralen Standort wie Hameln oder Bad Pyrmont sind alle vier an einem Tag erreichbar, einzeln oder als Kette. Unterwegs bilden Landgasthöfe in den Dörfern die passende Einkehr, viele mit eigenen Zimmern, falls man den Standort doch einmal verlegen will. Wer Wert auf Kulisse legt, sucht sich ein Quartier im Weserrenaissance-Fachwerk der Flussstädte; Hameln verbindet das mit der Rattenfänger-Sage und der Deutschen Märchenstraße, die hier verläuft. Wichtig für die Planung: Die Höhenzüge sind Waldgebiete — im Herbst früh dämmrig, bei Nässe mit Laub und Wild auf der Fahrbahn. Ein Quartier unten im Tal verkürzt die Rückfahrt im Dunkeln und lässt die Höhen für die hellen Tagesstunden.

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